Presse

Südkurier 31.08.2017

Ein Baby in Malawi heißt jetzt nach einer Schönwälderin

 

Bereits zum achten Mal reiste Michaela Bek in ihrem Sommerurlaub ins afrikanische Malawi. Die Dankbarkeit der Menschen vor Ort ist groß. Doch die Situation hat sich dramatisch verschlimmert.

 

Schon bevor sich Michaela Bek auf den Weg machte, bekam sie eine Nachricht von einem afrikanischen Vater. „Wir haben ein kleines Mädchen bekommen“, teilte er der Wohltäterin aus Deutschland mit. Gleichzeitig fragte er an, ob die junge Familie das Baby Michaela nennen dürfe, wie die Kinderkrankenschwester Michaela Bek unserer Zeitung gerührt berichtet. „Wir haben dem jungen Vater eine Arbeitsstelle im Krankenhaus besorgt, damit er eine Familie gründen konnte und damit will er seine Dankbarkeit zeigen“, freut sich die Schönwälderin.

In diesem Jahr flog nicht nur ihre Freundin Karina Springer aus Schwenningen mit nach Afrika, sondern auch Sponsor Boris Petek aus Villingen. Er leitet eine Firma für Wasser- und Brandsanierung in Rietheim. „Ich war jetzt zum achten Mal in Malawi, aber dieses Mal war alles noch viel schlimmer als in früheren Jahren“, erzählt die Krankenschwester. Die befreundeten Priester Andrew und Pedro, die beide jeweils eine Missionsstation mit Schule und Krankenhaus aufgebaut hatten, wurden nach zehn Jahren von ihrem Bischof Emanuel in entlegene Gegenden versetzt und müssen jetzt dort wieder neu beginnen. „Wir sind mit dem alten Auto von Pater Andrew 15 Kilometer durch den Busch gefahren und haben dafür fast zwei Stunden gebraucht“, erinnert sich Bek. Der Weg sei voller Schlaglöcher und Steine gewesen und in der Regenzeit sei er unpassierbar. In dem Buschdorf gibt es eine Kirche, ein Krankenhaus und eine Schule mit Mädchen-Internat. „Wir haben bei den Ordensschwestern übernachtet, aber ich konnte kaum schlafen. Bis in meine Träume verfolgte mich die Armut und das Elend“, erzählt Michaela Bek.
 

Das hilfsbereite Trio (von links) Michaela Bek, Boris Petek und Karina Springer sucht in dem tropischen Land Malawi Schatten unter einem Baum.
Das hilfsbereite Trio (von links) Michaela Bek, Boris Petek und Karina Springer sucht in dem tropischen Land Malawi Schatten unter einem Baum.

Dabei sei die Landschaft traumhaft schön, wie sie schwärmt, jedoch gebe es in den Häusern Duschen ohne Wasser und die sanitären Anlagen seien katastrophal. Doch die Deutschen konnten zahlreichen Afrikanern helfen, denn zur gleichen Zeit kamen ihre Container mit Verbandsmaterial, Kinderkleidung und OP-Instrumenten an. Die Mädchen im Internat mussten bisher auf dem Betonboden schlafen, doch nun wird das besser. „Wir haben Pater Andrew versprochen, neben Stockbetten 25 Matratzen und mehrere Regale zu finanzieren“, betont die Kinderkrankenschwester.

Das zweite Projekt der Malawi-Hilfe Schönwald kam der Missionsstation von Pater Pedro zugute. „Das Schulhaus verdiente diesen Namen nicht, es war einsturzgefährdet und es regnete in die Schulzimmer hinein“, wusste Bek. Darum haben die deutschen Besucher dem katholischen Ordensmann Pedro umgerechnet 3000 Euro für die Materialkosten überreicht. „Wir waren kaum zu Hause, kam ein Foto des sanierten Schulhauses bei uns an“, strahlte Michaela Bek. Mit Eigenarbeit hatten die Einheimischen in wenigen Wochen das Gebäude befestigt, das Dach repariert und neue Fenster eingebaut.
 

Vor dem baufälligen Schulhaus ohne Fenster empfangen die fröhlichen Schüler begeistert den Besuch aus Deutschland. Sie stürmen so schnell los, dass kaum mehr Zeit bleibt, um den Auslöser auf dem Fotoapparat zu drücken. Bilder: Privat
Vor dem baufälligen Schulhaus ohne Fenster empfangen die fröhlichen Schüler begeistert den Besuch aus Deutschland. Sie stürmen so schnell los, dass kaum mehr Zeit bleibt, um den Auslöser auf dem Fotoapparat zu drücken. Bilder: Privat

 

Kinder in Malawi freuen sich über Hilfe aus dem Schwarzwald

 

Die Schönwälderin Michaela Bek engagiert sich seit Jahren für Kinder in Afrika. Gerade ist sie von ihrem jüngsten Besuch in Malawi zurückgekehrt.

 

Wie jedes Jahr verbrachte Kinderkrankenschwester Michaela Bek aus Schönwald ihren Jahresurlaub in Malawi, einem der ärmsten Länder Afrikas.

Dort spielen die Jugendlichen genauso gerne Fußball wie ihre Altersgenossen in Europa. Aber sie spielen barfuß, dort besitze niemand Schuhe, darum hätten sie Füße wie Leder, berichtet Michaela Bek im Gespräch mit dieser Zeitung.

Michaela Beks Freundin Karina Springer aus Schwenningen begleitete sie. „Karina hat gebrauchte Fußballschuhe mitgenommen und die jungen Kicker haben sie sofort begeistert angezogen und wenn sie nicht passten, haben sie ihre Füße trotzdem hineingezwängt“, erzählt die Schönwälderin. Die Trikots hätten sie von einer holländischen Organisation bekommen. Die Mädchen spielen in Afrika Handball – auch barfuß.

Pater Andrew und Pater Peter hätten sich über die Geschenke für die jungen Leute sehr gefreut. Jeden Sonntag nach dem Gottesdienst wird gemeinsam gegessen und dann unter Anleitung der jungen Priester Fußball gespielt. „Wir haben auch einen Solarkocher mitgenommen und ihn dort aufgebaut“, sagt Michaela Bek. Die Frauen kochen auf offenem Feuer, doch man könne für das Brennholz nicht weiter die Regenwälder zerstören. Nun kann mithilfe der Sonne gekocht werden.

Den Patres und auch den Ordensschwestern habe sie Geld vom Verein Malawi-Hilfe gegeben, damit Mais für die Armen gekauft werden könne. Und arm seien zur Zeit alle, denn am Malawi-See habe das Hochwasser die Maisernte vernichtet und im Süden des Landes war es viel zu heiß, sodass dort die Ernte vertrocknete.

„Wir haben mit Pater Peter und Pater Andrew auch einen Ausflug auf einen Berg gemacht und dort oben war es genau so schön wie im Schwarzwald“, schwärmt Bek. „Wir konnten auf einen riesigen Stausee blicken, der von Bäumen umgeben war und das war einfach traumhaft schön und romantisch.“

Im Krankenhaus von Capiri halfen die beiden Freundinnen nicht nur mit, sie überbrachten auch die Sachspenden von der Schönwälder Adler-Apotheke, die ihnen Apothekerin Ilona Löffler mitgegeben hatte. Die Freude der Einheimischen sei jedes Mal groß und sie seien sehr dankbar für jede Hilfe, wie Michaela Bek versichert.

 

Die afrikanischen Jungen freuen sich über die Fußballschuhe und die gelben Trikots, während Pater Andrew in seinem roten Pulli richtig auffällt. Bild: Michaela Bek

 

 

Schwarzwald-Baar-Heuberg 02.06.2015

 

Kinder-Hilfe kommt garantiert vor Ort an

Ein Besuch in Malawi, um als Krankenschwester vor Ort zu helfen, beschäftigt seit einigen Jahren Michaela Bek und führte zur Gründung eines Vereins. So kommt organisierte Hilfe direkt bei den armen Kindern auf dem afrikanischen Kontinent an.

Krank werden in Deutschland ist schlimm, aber dann gehen wir ins Krankenhaus oder zum Arzt - für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, ärztliche Hilfe zu bekommen. Ganz anders sieht es in Afrika aus (...)

 

 

Michaela Bek sammelt Hilfsgüter

 

Michaela Bek ist Kinderkrankenschwester. Sie erlebt an ihrem Arbeitsplatz auf der Krebsnachsorgeklinik Katharinenhöhe sehr viel Leid – und hat dennoch noch sehr viel Kraft übrig für Andere. Vor etwa fünf Jahren hatte sie von einer Kollegin erfahren, welches Leid allein durch Armut entsteht – im afrikanischen Staat Malawi (...)